Der Auftrag ist da, das Material muss bestellt werden, die Löhne laufen weiter. Nur das Konto gibt es gerade nicht her. Dabei steht draußen auf dem Hof ein Maschinenpark, der ein Vielfaches davon wert ist. Genau dieses Missverhältnis kennen viele Betriebe: Das Geld ist vorhanden, aber es steckt fest im Anlagevermögen.
Sale and Lease Back, auf Deutsch Rückmietverkauf, löst dieses Problem. Sie verkaufen eine Maschine, einen Fuhrpark oder Ihre Geschäftseinrichtung an eine Leasinggesellschaft und leasen das Objekt im selben Zug zurück. Der Kaufpreis wird ausgezahlt, die Nutzung läuft ohne Unterbrechung weiter. Darento vermittelt solche Lösungen an spezialisierte Leasinggesellschaften und vergibt selbst keine Darlehen. Auf dieser Seite lesen Sie, wie das Modell funktioniert, für wen es passt und warum es auch bei schwacher Bonität eine echte Option ist.
Was Sale and Lease Back bedeutet und wie der Rückmietverkauf funktioniert
Beim Rückmietverkauf verkauft ein Unternehmen ein Wirtschaftsgut, das ihm bereits gehört, an eine Leasinggesellschaft und least es sofort zurück. Die Maschine bleibt in der Halle, der Lkw bleibt auf dem Hof, die Einrichtung bleibt im Laden. Sichtbar ändert sich nichts. Wirtschaftlich ändert sich viel: Der Kaufpreis liegt auf Ihrem Konto, und statt Eigentümer sind Sie für die Vertragslaufzeit Leasingnehmer.
Der Unterschied zum klassischen Leasing liegt in der Richtung. Normalerweise beschafft die Leasinggesellschaft ein neues Objekt für Sie. Beim Sale and Lease Back bringen Sie das Objekt selbst mit. Deshalb eignet sich das Modell für Betriebe, die kein neues Gerät brauchen, sondern das Kapital, das in ihrem vorhandenen steckt. Statt Zins und Tilgung an eine Bank zahlen Sie eine feste Leasingrate und arbeiten mit Ihren Maschinen weiter wie bisher.
Der Ablauf in drei Schritten: verkaufen, zurückleasen, weiternutzen
Ein Sale and Lease Back folgt immer demselben Muster, und das macht ihn so planbar:
- Verkauf: Die Leasinggesellschaft kauft Ihr Wirtschaftsgut zum ermittelten Wert, der Kaufpreis wird an Sie ausgezahlt.
- Rückleasen: Im selben Vertrag leasen Sie das Objekt zurück. Es bleibt durchgehend an Ihrem Standort und muss weder abgeholt noch stillgelegt werden.
- Weiternutzung: Sie arbeiten ohne Unterbrechung weiter und zahlen dafür eine monatliche Leasingrate statt Zins und Tilgung.
Für Ihre Kunden, Ihre Mitarbeiter und Ihre laufenden Aufträge ändert sich an keinem einzigen Tag etwas. Es gibt keine Ausfallzeiten, keinen Transport und keine Umbauphase. Genau das unterscheidet den Rückmietverkauf von einem normalen Verkauf, bei dem die Maschine den Betrieb verlässt und ersetzt werden müsste.
Sofortige Liquidität aus Maschinen, Fuhrpark und Geschäftseinrichtung
Der größte Vorteil ist die sofortige Liquidität. Anlagevermögen, das bisher nur in der Bilanz stand, wird zu verfügbarem Geld auf dem Geschäftskonto. Über die Verwendung entscheiden Sie selbst: Material für einen neuen Auftrag, Löhne in der Wachstumsphase, eine Steuernachzahlung oder das Überbrücken eines Engpasses, bis offene Rechnungen bezahlt sind.
Geeignet sind vor allem werthaltige und gängige Objekte. Dazu zählen Baumaschinen, Produktionsanlagen, Werkzeugmaschinen, Stapler, Lkw und Transporter, aber auch eine hochwertige Praxis- oder Gastronomieeinrichtung. Entscheidend ist, dass sich der Wert des Objekts nachvollziehbar belegen lässt, etwa über Rechnungen, Wartungsnachweise oder ein Gutachten. Je gefragter das Objekt am Markt, desto besser die Konditionen. Geht es Ihnen weniger um vorhandene Maschinen und mehr um zusätzliche Fahrzeuge, ist unser Ratgeber zum Gewerbeleasing trotz Schufa der passende Einstieg.
Ein Beispiel aus der Praxis: der Bagger, der den nächsten Auftrag finanziert
Ein Bauunternehmer mit acht Mitarbeitern gewinnt die Ausschreibung für ein größeres Erschließungsprojekt. Ein schöner Erfolg, nur muss er Material und Personal über mehrere Monate vorfinanzieren, bevor die erste Abschlagsrechnung bezahlt wird. Die Hausbank zögert, weil bereits ein Betriebsmittelkredit läuft.
In seiner Halle steht ein drei Jahre alter Bagger, längst abbezahlt und in gutem Zustand. Über einen Rückmietverkauf verkauft er die Maschine an eine Leasinggesellschaft und least sie im selben Zug zurück. Der Kaufpreis landet innerhalb weniger Tage auf dem Geschäftskonto, der Bagger arbeitet am Montag danach auf derselben Baustelle wie in der Woche zuvor. Mit dem freien Kapital bestellt der Unternehmer Material und stellt einen zusätzlichen Fahrer ein. Die Leasingrate kalkuliert er von Anfang an in seine Projektpreise ein. Das Beispiel ist anonymisiert, der Ablauf ist typisch.
Sale and Lease Back trotz schwacher Bonität oder negativer Schufa
Hier liegt der Punkt, der dieses Modell für viele Betriebe interessant macht: Die Sicherheit liegt im Objekt selbst. Die Leasinggesellschaft wird Eigentümerin der Maschine und trägt dadurch ein deutlich geringeres Risiko als eine Bank, die einen Blankokredit vergibt. Deshalb sind Rückmietverkäufe oft auch dann möglich, wenn die Bonität angespannt ist oder ein negativer Schufa-Eintrag eine klassische Finanzierung blockiert.
Geprüft wird trotzdem. Die Leasinggesellschaft schaut auf den Zustand und den Marktwert des Objekts und darauf, ob Ihr Betrieb die Rate dauerhaft tragen kann. Ein Anbieter, der Ihnen eine Zusage ohne jede Prüfung verspricht, arbeitet nicht seriös, und eine Garantie kann Ihnen niemand geben. Realistisch ist aber eine Einzelfallentscheidung, bei der Ihr Objekt und Ihre Zahlen mehr zählen als ein alter Eintrag. Wie diese Denkweise bei Fahrzeugen und anderen Leasingformen funktioniert, lesen Sie auf unserer Übersichtsseite zum Leasing ohne Schufa.
Bilanz und Steuern: was sich ändern kann und was zum Steuerberater gehört
Ein Rückmietverkauf verändert mehr als den Kontostand. Das Objekt wechselt den Eigentümer, und je nach Vertragsgestaltung kann sich dadurch auch die Struktur Ihrer Bilanz verändern, etwa weil Anlagevermögen abgebaut und die Eigenkapitalquote beeinflusst wird. Leasingraten sind zudem in vielen Konstellationen als Betriebsausgabe ansetzbar. Auch stille Reserven, die in einer längst abgeschriebenen Maschine stecken, können beim Verkauf sichtbar werden.
Wichtig ist uns an dieser Stelle Ehrlichkeit: Ob und wie diese Effekte in Ihrem Fall eintreten, hängt von der konkreten Vertragsgestaltung, Ihrer Rechtsform und Ihrer steuerlichen Situation ab. Solche Fragen gehören zu Ihrem Steuerberater, nicht auf eine Ratgeberseite. Darento vermittelt die Finanzierungslösung und bespricht mit Ihnen den Ablauf, die steuerliche und bilanzielle Bewertung nehmen Sie gemeinsam mit Ihrer Steuerkanzlei vor.
Für wen sich der Rückmietverkauf eignet und für wen eher nicht
Sale and Lease Back passt zu Unternehmen, Selbstständigen und Gewerbetreibenden, die werthaltige Objekte besitzen und kurzfristig Kapital brauchen, ohne ihre Arbeitsgrundlage zu verlieren. Typische Situationen: Ein großer Auftrag muss vorfinanziert werden, eine Saison startet und das Lager muss gefüllt sein, oder ein vorübergehender Engpass soll überbrückt werden, ohne die Kreditlinie weiter auszureizen.
Weniger geeignet ist das Modell, wenn das Objekt kaum noch Marktwert hat, wenn der Betrieb die Leasingrate dauerhaft nicht tragen könnte oder wenn gar kein eigenes Anlagevermögen vorhanden ist. In solchen Fällen kann ein klassisches Leasing oder eine gewerbliche Finanzierung der bessere Weg sein. Genau dafür ist die Vermittlung da: Statt ein Modell zu verkaufen, prüfen wir, welcher Weg zu Ihrer Situation passt, und sagen es Ihnen auch, wenn ein Rückmietverkauf nicht die beste Lösung ist.
So läuft Ihre Anfrage bei Darento ab
Der Einstieg ist bewusst einfach. Sie beschreiben Ihr Objekt und Ihre Situation über unser Anfrageformular: Was soll verkauft und zurückgeleast werden, wie alt ist das Objekt, was hat es gekostet und wofür brauchen Sie die Liquidität. Kosten entstehen dabei keine, die Anfrage bleibt unverbindlich. Danach meldet sich Daniel Roth mit einer ehrlichen Einschätzung, welche Leasinggesellschaften für Ihren Fall infrage kommen.
Hilfreich sind Unterlagen, die den Wert Ihres Objekts belegen: die ursprüngliche Rechnung, Wartungsnachweise, Fotos und bei Maschinen die Betriebsstunden. Dazu ein aktueller Blick auf Ihre Zahlen, meist reichen Kontoauszüge und eine BWA. Je vollständiger das Bild, desto schneller die Rückmeldung.
